SEELENBRIEFE: Nietzsche Dokumentationszentrum(8)

There were overwhelming speeches, by Dr. Ralf Eichberg,
by the former Oberbürgermeister & Justizminister von Sachsen-Anhalt, Curt Becker
and by prof. dr. Paul van Tongeren,
at the opening of the SEELENBRIEFE exhibition
at the Nietzsche Dokumentationszentrum Naumburg
and flowers, lots of visitors, home-cooked-food by Rafaël & drinks!
VIDEO (0:39): exhibition (basement)
VIDEO (1:26): exhibition (ground floor)
VIDEO (1:51):  exhibition (first floor)
zie: Going back!

NDZ(1)

Many thanks to The Nietzsche Documentation Center in Naumburg!
Seelenbriefe:
Video(0:39): exhibition (basement)
Video(1:26): exhibition (ground floor)
Video(1:51):  exhibition (first floor)

 

NDZ(2)

DANKESWORT:

Vor genau 32 Jahren habe ich Ecce Homo zum ersten Mal gelesen und seitdem ist Friedrich Nietzsche mein ständiger Begleiter.
Das Lesen und Abschreiben seiner Texte, das Studium seiner Korrespondenz, der Besuch seiner Wirkungsstätten und die Deutung seiner Arbeit durch andere ist für mich meine Art zu leben geworden.
Mein künstlerisches Schaffen baut zu einem wesentlichen Teil darauf auf.
Die Arbeit auf Händen und Füßen, sodass meine Handschrift seismografisch wiedergeben kann, was in mir vorgeht, ist meine Form von Nietzsches „incorporare“ / „Einverleiben“, sich dem Hier und Jetzt hinzugeben, soweit es eben geht.
Und so gilt mein größter Dank Nietzsche als Tanzpartner.

Vor zwanzig Jahren besuchte ich Naumburg zum ersten Mal und stand vor einem trostlosen, heruntergekommenen Haus im Weingarten 18.
Ein Zettel hing an der Tür – in einer Plastikhülle verpackt – und darauf eine Adresse in Halle, wo gerade die Nietzsche-Gesellschaft gegründet worden war.
An diese Adresse schrieb ich meine tief empfundene Sympathie für die Initiative, die allen Widrigkeiten zum Trotz überlebte.
Zum Dank wurde ich twanzig Jahre lang über alles, was die Nietzsche-Gesellschaft betraf, auf dem Laufenden gehalten und fühlte mich so in gewisser Weise in die Geschehnisse eingebunden.
Als deutlich wurde, dass Dr. Ralf Eichberg im Begriff war, ein großartiges, modernes Nietzsche-Dokumentationszentrum in Naumburg auf die Beine zu stellen, wurde ich zu einer bescheidenen Stifterin und schickte ihm mein 2007 erschienenes Buch Seelenbriefe für die dortige Bibliothek.

Vor genau einem Jahr, ich spazierte gerade durch Sils-Maria, erreichte mich eine SMS von Paul van Tongeren, der mir mitteilte, dass Ralf Eichberg mich einlud, im mittlerweile fertig gestellten Dokumentationszentrum eine Ausstellung einzurichten.
Es folgte ein kleiner Freudentanz… und kurz darauf, wieder zu Hause in meinem Atelier, nahm ich – die Raumwirkung des Nietzsche Dokumentationszentrums im Hinterkopf – die Arbeit zu meiner zehn Meter langen Travelogue(1)-Zeichnung auf.
Und diese Zeichnung ist nun tatsächlich hier im Kellergeschoss des Dokumentationszentrums zu sehen! Sie ist ein Bild-Protokoll meiner Erkundungen auf den Spuren Nietzsches in der Umgebung von Sils-Maria.
So wie Travelogue(4) ein Bericht meiner Nachwanderung von Nietzsches Streifzügen in Genuas centro storico ist.

Die Person hinter der Nietzsche-Gesellschaft blieb mir übrigens lange Zeit unbekannt, bis wir uns im vergangenen Monat kennenlernten und mir allmählich klar wurde, dass mein vor zwanzig Jahren abgeschickter Brief nach Halle schlussendlich zu dieser Ausstellung geführt hat.
Ich Danke Ralf Eichberg aus tiefstem Herzen für die Gastfreundschaft, die meine Arbeiten nun hier genießen, aber auch für den Berg, den er seit nunmehr zwei Jahrzehnten mit seiner Nietzsche-Gesellschaft bewältigt, so wie er auch die Leiter bei der Einrichtung der Ausstellung hinaufstieg, um eigenhändig, in gut sechseinhalb Metern Höhe mein Travelogue(4) an die Wand zu bringen.

Den Leiter der Nietzsche Research Group Nijmegen Paul van Tongeren bewundere ich für seine Bücher. In den Seelenbriefen schrieb er über die Unmöglichkeit der Gleichzeitigkeit im Briefeschreiben.
Und obwohl Paul van Tongeren mich auf das ewige Paradoxon zwischen Philosophie und Kunst hinwies, sorgte gerade dieses Paradoxon dafür, dass er (der Denkkünstler) und ich (die Bildkünstlerin) uns in Nietzsche gefunden haben.
Nun möchte ich ihm meinen herzlichen Dank dafür aussprechen, dass er sich bereit erklärt hat, diese Ausstellung zu eröffnen.

Jisca Bijlsma, Direktorin des Chabot Museums in Rotterdam und Kuratorin dieser Ausstellung, ist seit vielen Jahren ein wichtiger Sparringpartner in meinem Atelier.
Sie berichtete darüber in meinem Seelenbriefe-Buch und ihr Text wurde zum Ausgangspunkt für die Ausstellung.
Er ist auf dem Plakat des Nietzsche-Dokumentationszentrums abgedruckt.
Ich danke Jisca Bijlsma für die überraschenden Verknüpfungen, die sie in meinen Arbeiten findet.

Bei der Einrichtung der Ausstellung konnte ich mich jederzeit auf den technischen Sachverstand meines Mannes Victor Veldhuijzen van Zanten verlassen.
Das Nietzsche-Dokumentationszentrum lässt sich nicht so ohne Weiteres einnehmen – ich bin Victor für seinen uneingeschränkten und liebevollen Einsatz für die Seelenbriefe-Ausstellung dankbar.
Äußerst willkommen beim Einrichten war auch die Unterstützung der beiden Assistenten Peter und Ronny.

Meinem Gastgeber danke ich wie auch meinen lieben Gästen, die aus den Niederlanden und aus Deutschland, sogar aus Frankreich hierher gekommen sind.
Ihnen allen danke ich für ihre Freundschaft und Treue über die Jahre hinweg, vor allem aber für ihre Anwesenheit im Hier und Jetzt, ihre Anwesenheit an diesem besonderen Ort und bei diesem besonderen Ereignis in meinem Leben.

Marjolijn van den Assem (09-09-2011)
Vertaling: Kordelia Nitsch
NDZ(3)
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